Vorsorge - durch Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Zwei Fallbeispiele zur Einführung

 

Fall 1: Herr Z., 31jähriger Jungunternehmer, liegt zwei Monate nach schwerem Unfall auf der Intensivstation im Koma. Er atmet zwar selber, muß aber künstlich ernährt werden und ist nicht ansprechbar. Selbst wenn er erwachen sollte, wird er wahrscheinlich ein schwerer Pflegefall bleiben. Seine Frau überlegt, ob sie die Ärzte bitten soll, alle Behandlungen einzustellen, damit ihr Mann sterben kann. Dann erwacht er aus dem Koma, kommt nach einem halben Jahr "Reha" nach Hause. Wegen bleibender Hirnschäden kann er seine Bewegungen nicht richtig koordinieren und nur undeutlich sprechen, er braucht Hilfe bei allen persönlichen Tätigkeiten (Toilette, Essen, Körperpflege).

 

Fall 2: Frau M., 71, wohnt im Haus ihres Sohnes. Sie wird allmählich immer verwirrter, die Situation wird allmählich zur Belastung für alle Beteiligten. Die Angehörigen entscheiden sich, beim Amtsgericht eine Heimeinweisung zu beantragen, nachdem Frau M. eines Nachts bei dem Versuch, aus Verwirrung aus dem Fenster zu klettern, gestürzt war und erst am nächsten Morgen unterkühlt und mit starken Prellungen aufgefunden wird. Nach der Unterbringung in einem Altenpflegeheim entscheidet man, daß sie trotz höherer Kosten ein Einzelzimmer und weitere Sonderleistungen erhalten soll. Ihr Sohn läßt die alten Möbel verwerten, weil er die Einliegerwohnung vermieten möchte. Erst nach dem Tod von Frau M. erfahren ihre Kinder bei der Testamentseröffnung, daß sie besonders sparsam gelebt hatte, um möglichst viel Geld an ihren einzigen Enkel zu vererben. Die längst entsorgten Möbel wollte sie an ein Obdachlosenasyl spenden.

 

 

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