Arten der Verfügung von Todes wegen - Allgemeines

Verfügung von Todes wegen

 

Unternimmt der Erblasser nichts, so tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Diese ist tendenziell familienfreundlich und hat die gesellschaftspolitisch erwünschte Folge, daß die engsten Familienmitglieder erben. Eine individuelle Akzentuierung findet aber nicht statt, vielfach ist die Zerschlagung des Vermögens bei Beendigung der Erbengemeinschaft die traurige Folge.

 

Individualvorstellungen können - unter Beachtung des Pflichtteilsrechts - verwirklicht werden: Wenn man seine Erbfolge nicht den gesetzlichen Bestimmungen allein überlassen, sondern die Vermögensfolge nach seinem Tod davon abweichend regeln will, kann der Erblasser durch einseitige Erklärung (durch eine Verfügung von Todes wegen) Anordnungen treffen, die erst im Falle seines Todes wirksam werden sollen.

 

Mindestvoraussetzungen

 

Mit Testierfähigkeit bezeichnet man die Fähigkeit, ein Testament zu errichten. Die Testierfähigkeit ist eine besondere Art der Geschäftsfähigkeit.

 

Grundsätzlich kann Verfügungen von Todes wegen abgeben, wer das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat. Testierfähige Minderjährige können jedoch ein Testament nur in den besonderen Formen errichten, in denen ihnen eine Amtsperson beratend zur Seite steht. Nicht testierfähig ist, wer infolge krankhafter Störung der Geistestätigkeit, Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörungen nicht in der Lage ist, die Tragweite einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Diese Einschränkung ist insbesondere bei älteren Menschen zu beachten.

 

Für den Abschluss eines Erbvertrages bedarf es jedoch grundsätzlich der Volljährigkeit.

 

Jede Verfügung von Todes muss von einer testierfähigen Person unter freier Willensentschließung (höchstpersönlich) errichtet werden.

 

 

 

 

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